Der Verein
Vereinschronik
1920 – was für ein Sportjahr: In Paris laufen die Pferde erstmals die weltberühmten Rennen Prix d´Amérique und Prix de l´Arc de Triumphe, der Belgier Philippe Thys sichert sich als erster Fahrer zum dritten Mal die Tour de France, William Tilden holt sich als erster Amerikaner den Wimbledon-Titel und und und.....
Auch Fußball wird zwei Jahre nach Beendigung des Ersten Weltkriegs wieder gespielt: In Antwerpen wird Gastgeber Belgien Olympiasieger, in Frankfurt startet der 1.FC Nürnberg mit einem 2:0 in einem rein fränkischen Duell über den letzten Vorkriegsmeister Sp.Vgg. Fürth seine Siegesserie, und in der Pfalz gründet sich der FV Berghausen. Dieser blickt mittlerweile auf eine 75jährige Vereinsgeschichte zurück.
Kickende Berghäuser gab es aber auch schon vor dem Ersten Weltkrieg. 1913 spielten junge Männer unter dem Namen „Bavaria“. Nach dem Krieg unterhielt der Arbeiter-Turn- und Sportverein eine Fußballabteilung. Sein Domizil war die „Neue Welt“. Irgendwann kam es zum „großen Krach“, und die aktiven Fußballer gründeten eben ihren eigenen Verein. „Hauptzweck des Vereins ist, den Fußballsport zur körperlichen Ausbildung zu pflegen“, stand es in der Satzung vom 1. April geschrieben. Die acht Gründungsmitglieder Johannes Straub, Franz Berzel, Josef Hirsch, Hermann Lutz, Heinrich Straub, Lorenz Nord, Albert Zimpelmann und Georg Meindl geben sich schwarz und weiß als Vereinsfarben, erkoren die „Pfälzer Hof“ zu ihrem Vereinslokal aus und wählten Georg Meindl zu ihrem ersten Vorsitzenden.
Schon drei Jahre später zählte der FVB 46 aktive Spieler und 62 passive Mitglieder. Diese zahlten Monatsbeiträge von 20 beziehungsweise 30 Reichsmark. Die Aufnahmegebühr betrug eine Reichsmark. Die schlechte wirtschaftliche Lage nach der Inflation war auch am FV Berghausen nicht spurlos vorübergegangen: Viele Spieler waren arbeitslos und konnten so auch keine Beiträge entrichten.
Sportlich ging es bereits 1928 in die A-Klasse, wo der FVB bis 1938 blieb. Zwölf Siegen in der Aufstiegs-Saison standen gerade einmal zwei Niederlagen gegen Mechtersheim und Dudenhofen entgegen. Allein sechs Aktive stannten aus der „Schall-Dynastie“: Jean, Max, Heinrich und Johann, dazu noch die Schwager Sold und Schuft. In der Abwehr räumten Jakob Kämmerer und Hans Lehmann auf, Josef Reichling spielte Stopper, Friedel Zimmermann und Otto Gutting kurbelten die Offensive an. Später sorgten Mittelstürmer „Pango“ Benninger, Vorbereiter Gustav Kraus und Torwart Seppel Sitzenstuhl für Furore. Mitentscheidend für den Erfolg war die seriöse Arbeit der „Macher“ Georg Meindl, Albert Zimpelmann, Friedrich Wagner, Spielleiter Johannes Adam sowie Anton und Alois Straub. Um Finanzlöcher zu stopfen, nahm Kassenbuch-Führer Alois Straub schon einmal eine Anleihe aus Mutters Kasse auf. Neben der aktiven und den drei Jugendmannschaften schickte der FVB zudem Handballer und Leichtathleten zu Wettkämpfen. Während des national-sozialistischen Terror-Regimes löste sich der Verein Mitte 1938 stillschweigend auf.
Schon im Januar 1946 beantragten Fiedel Zimmermann, Lorenz Kögel und Gottfried Schollenberger bei den französischen Besatzungs-Behörden die Neugründung. Der nun in rot-schwarz spielende Verein begann unverständlicherweise in der B-Klasse. In einem spannenden Entscheidungsspiel in Waldsee sicherte sich die Elf den Aufstieg. Das Erfolgsteam spielte zumeist mit Helmut Straub, Josef Adam, Fritz Kuntz, Otto Bengert, Heinz Jerg, Werner Strehl, Hugo Zieger, Emil Schollenberger, Alfred Reichling, Oskar Kuhn und Kurt Magin.
In der spielstarken A-Klasse rangierte der FV Berghausen zunächst auf Mittelfeldplätzen. Mit dem Aufstieg in die 2. Amateurliga 1961 begann die glorreichste Zeit im Berghausener Fußball. 1965 war der Traum vorbei: Der FVB stieg als Fünftletzter doch noch ab. Der Abstieg in die B-Klasse 1980 war eines der traurigsten Kapitel in der Vereinsgeschichte. Mit Trainer Klaus Steinmüller gelang 1982 der Wiederaufstieg in die A-Klasse. Noch drei Spiele vor Rundenschluß sah der VfR Speyer mit seinem Vier-Punkte-Vorsprung wie der sichere Aufsteiger aus. Am Ende hatte der FVB gleichgezogen und fertigte die Domstädter im Entscheidungsspiel von Mechtersheim vor 2.000 Zuschauern mit 4:1 ab. Zweimal Manfred Strehl sowie Gerhard Strehl und Werner Hoffmann hießen die vielumjubelten Torschützen. Dem Kader der ersten Mannschaft gehörten außerdem Klaus Sternberger, Josef Burkhard, Gerhard Münzer, Heribert Hofmann, Hans Effler, Klaus Steinmüller, Roland König, Willi Bayler, Horst Fuderer, Peter Gerbes, Walter Schwab und Thomas Fehr an.
Sechs Jahre später musste der FVB erneut den bitteren Weg in die unterste Spielklasse antreten.
Der Weg zum Rasenplatz
1981 ging für die „Narrenberger“ ein jahrzehntelanger Wunsch in Erfüllung. Gleich drei Tage lang weihten die Fußballer mit ihren Gästen den neuen Rasenplatz ein. Vorbei die Zeiten, als der FVB auf den Rheinwiesen spielte und bei Überflutung in Nachbargemeinden ausweichen mußte.
Bereits im Gründungsjahr hatte die Gemeinde dem FV Berghausen mit der ersten und zweiten Wiese rechts des Hauptwegs Gelände zur Verfügung gestellt. In Eigenleistung entstanden daraus zwei Sportplätze. Förster Kraus lieferte die Weidenstangen für die Einzäunung. Zur Verbesserung des „Rasens“ buddelten die fleißigen Helfer Sand aus dem nahen Altrhein. Ten Diesen karrten die Aktiven Richard Heimgärtner, Philipp Haaf und Josef Stockenberger mit ihren Gespannen an.
Ein 1932 geplantes Projekt, einen Fußballplatz „Am oberen Berg“ anzulegen, scheiterte ebenso wie die Idee, sich in der Nähe der Flakhalle anzusiedeln.
Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg füllte die Gemeinde die „Tuchbleichwiesen“ mit Lehm, Bauschutt und Gerümpel auf. Die Einebnung erfolgte nach 1945. Das Gras wuchs mehr oder weniger selbst. Heinrich Wagner zimmerte die Tore zusammen. Fritz Bohnenstiel schweißte die Platzumzäunung.
In den 60er Jahren hatte der FVB von dem wildwuchernden Gras genug und legte einen Hartplatz an: Die vielen „Grasbutzen“ machten Ballkontrolle praktisch unmöglich und stellten stets Verletzungsgefahren dar. 1971 kam das in Eigenleistung errichtete Sportheim hinzu.
Die häufige Unbespielbarkeit und der aufgewirbelte Staub im Sommer waren die Gründe, außer dem Hartplatz auch noch einen Rasenplatz zu bauen. Gemeine und Landkreis sicherten mit ihren Zuschüssen die Finanzierung.
Die offizielle Rasenplatz-Übergabe 1981 nahmen Landrat Dr. Paul Schädler und Bürger-meister Kurt Hinderberger vor. Für einen guten Zweck traten zahlreiche Olympiasieger und Weltmeister zu einem AH-Spiel an.
.... Rest ist in Arbeit
Fussballverein Berghausen 1920/46 e.V.
